Die Heimat des Schlehdorns ist der Büchelberg

Für den ersten "Kuckuckstropfen-Liqueur" aus Lehningen wurden rechtzeitig zur 700 Jahrfeier Lehningens in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts handverlesene Schlehen vom Büchelberg verwendet. Erst nach den frostigen Herbsttagen im November/Dezember erlangt der Schlehdorn seine endgültige Reife und wird dann mühevoll von Hand geerntet. Durch den Frost werden die bitteren Gerbsäuren enzymatisch abgebaut und der typische aromatische Schlehencharakter kommt zur vollen Geltung. In unserer näheren Umgebung sind die Schlehen besonders von der Wacholderheide des Büchelbergs bekannt, der sich auf knapp 50 Hektar erstreckt und zwischen den drei Ortschaften Neuhausen, Münklingen und Lehningen auf etwa 550 Metern über dem Meeresspiegel liegt. Die blauen und etwas herb schmeckenden Früchte sind reich an Zucker, Vitamin C, antioxydativen Anthocyane, Gerbstoffen sowie an Spuren von Blausäureglykoside, die für den charakteristischen Geschmack verantwortlich sind. Daraus leiten sich auch die ganz unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten für die Schlehen ab, die aus historischer Sicht im bäuerlichen und religiösen Brauchtum von großer Bedeutung waren. Da der Schlehdorn als Hecke mit Sprossdornen wächst, ist das Ernten selbst mit Handschuhen eine große Herausforderung und bedarf zudem etwas Geschick..

 

2017 wurde bei uns die prächtige Schlehenblüte durch die späten Nachtfröste Ende April ruiniert, sodass die Ernte in Lehningen in diesem Jahr vollständig ausgefallen ist. In den darauffolgenden Jahren waren die Schlehen trotz der anhaltenden Trockenheit sehr groß und hocharomatisch. 2020 sind besonders gute Voraussetzungen gegeben und wir erwarten eine reiche und qualitativ hochwertige Schlehenernte.

Durch Mazeration in hochprozentigem Alkohol erhält der Grundstoff für den Schlehenlikör nach Wochen seine tiefrote Farbe und sein herbfruchtiges typisches Aroma. Danach wird der halbfertige Likör mit ausbalanciertem aromatischem Rum und einer ausgesuchten Gewürzkombination verfeinert. Nach der Lagerung erhält der Schlehenlikör schließlich seine endgültige Reife. Das Abfüllen in die Apothekerflasche bzw. dekorative Dekanterkaraffe mit dem Qualitätssiegel und das Verpacken sind wie vor Jahrzehnten nach wie vor liebevolle Handarbeit. Mit dem Qualitätssiegel und der Goldkordel am Anhänger zur Namensgebung ist der Schlehenlikör jetzt versandfertig. Mit seinen 38 %-Vol sind die Kuckuckstropfen aus Lehningen seit Jahrzehnten bekannt für eine geistreiche Versuchung.

Der Büchelberg steht seit 1935 unter Naturschutz und bietet zu jeder Jahreszeit mit seinen erholsamen Wanderwegen ein interessantes Ausflugsziel mit tollen Eindrücken. Die reizvolle Landschaft mit Muschelkalkvegetation dient als Schafweide und wird durch die immergrünen Wacholdersträuche (Juniperus communis) und ausgedehnten Schlehenhecken (Prunus spinosa) charakteristisch geprägt. Im Verborgenen wachsen Heidekraut, Silberdistel, Orchideen und ganz vereinzelt auch Enziane. Der Schlehdorn wurde 1753 von Carl von Linné in seinem Werk Species Plantarum, Band 1 erstmals beschrieben.

 

 

Schöne Aussichtspunkte auf der Wacholderheide und dem Gäurandweg weisen uns auf schmalen Waldwegen  vorbei am Bildstock hinab nach Lehningen wo ein Besuch der Wehrkirche mit barocker Innengestaltung lohnt. Sonst hat der schmucke Wohnort nicht viel zu bieten.

Noch heute wachsen dichte Schlehdornhecken entlang des im 15. Jahrhundert angelegten Landgrabens, der früher die Gemarkungsgrenze zwischen Baden und Württemberg war. Von hier hat man einen schönen Blick zurück zum Büchelberg und einen Ausblick ins schwäbische Heckengäu.

Wer noch Lust hat, kann seine Wanderung hinunter an die Würm fortsetzen, die sich im Bundsandstein ihr Tal eingeschnitten hat. Auf dem Weg ist die Dreifaltigkeitskapelle eine kurze Besichtigung wert, bevor es dann durch Mühlhausen bergauf nach Tiefenbronn geht. In dem geschichtsträchtigen Gemmingendorf wird unsere kleine Tageswanderung durch die Besichtigung der weltbekannten Pfarrkirche St. Maria Magdalena mit der sehenswerten Monstranz und dem spätgotischem Lucas Moser Altar belohnt.  Zur körperlichen Erholung empfiehlt sich eine zünftige Einkehr in der Sonne oder in den über die Dorfgrenzen hinweg bekannten Restaurants der Ochsen Post, die auch als "Herberge für Anspruchsvolle" ihrem Namen gerecht wird. 

Wie kommt denn der Kuckuckstropfen zu seinem Namen ?

Der Ausdruck „d´Guguge“ ist die mundartliche und scherzhafte Bezeichnung für die Lehninger. Die genaue Herkunft der gleichnamigen Anekdote ist auch Einheimischen nur vage bekannt. Aus diesem Grund ist es mehr als naheliegend, dass "d´Guguge" bei der Namensgebung des bekannten Schlehenlikörs aus der Lehninger Likörmanufaktur Pate standen. In den 1970er Jahren wurden die geistreichen Kuckuckstropfen rechtzeitig zur 700 Jahrfeier Lehningens und seiner ersten urkundlichen Erwähnung von der alten Hausbrennerei Sturn hergestellt. 

Das  kommunal noch selbständige Lehningen mit seinem Bürgermeister Rolf Cartano feierte damals ein grosses Dorffest und jeder Lehninger war auf den Beinen, um bei diesem Großereignis dabei zu sein. In der Zwischenzeit sind die Kuckuckstropfen weit über die Grenzen Lehningens hinaus traditionell bekannt und geschätzt.

 

 

Noch heute erzählen die Lehninger die schwankhafte Anekdote

"Dereinst zu Lehningen in der Tat, 'en Kuckuck ufem Birnbaum saß.

Zu fangen dieses seltne Tier, schloss man flugs die Gartentür.

Von diesem Fange angetan,

die findgen Lehninger fortan "d´Guguge" warn."

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